Der Marienmonat Mai hat begonnen. Viele Maiandachten werden gefeiert und Wallfahrten unternommen. Man darf aufschauen zu den Bildern der Gottesmutter in Kapellen, an Hauswänden, auf Plätzen, im eigenen Haus … Ein Gnadenbild will ich dieses Jahr in den Mittelpunkt rücken, die „Mutter mit dem geneigten Haupt“ in der Ursulinenkirche St. Josef.
Seit 1699 wird dieses Bild öffentlich gezeigt und als Gnadenbild verehrt. Kopien davon waren über die Jahrhunderte reichlich in Umlauf. Eine Kopie ist an der Außenwand meines Pfarrhauses in der Kirchgasse, weitere kann man entdecken, wenn man auf Ausflügen und Spaziergängen im Umland von Landshut in die Kirchen schaut. Was wird mit dem ursprünglichen Gnadenbild in der Kirche der Ursulinen werden? Solang die Kirche St. Josef eine Klosterkirche war, war auch immer eine Schwester da, die auf- und zugesperrt hat. Die Schwestern verlassen Landshut in diesem Sommer. Was das für die Kirche St. Josef bedeutet, weiß noch nicht einmal ich als Pfarrer vor Ort. In welchem Maß wird sie weiter zugänglich sein? Und besucht werden?
Im Mai diesen Jahres jedenfalls ist noch alles so wie bisher. Das heißt, man kann bequem in die Kirche hinein schauen und einen Besuch bei der Muttergottes machen, der „Mutter mit dem geneigten Haupt“. Das passende Lied dazu ist Gotteslob, Nr. 524, besonders die 5. Strophe:
„Dich als Mutter zeige, / o Maria hilf,
gnädig uns zuneige, / o Maria hilf!
Maria, hilf uns allen / aus unsrer tiefen Not!“
Impuls
Ostern
Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tag
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.
Nur das Gewohnte ist um uns
Keine Fata Morgana von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.
Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihr Leuchtzeiger löschen nicht aus.
Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvoller Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.
© Marie Luise Kaschnitz, in: Seid nicht so sicher. Geschichten, Gedichte, Gedanken, Gütersloh 1991.